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Varg Vikernes & Marie Cachet Heidentum, Teil 1: Þrymskviđa (2017) Übersetzung von Jan Frisch
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Vorwort
Mein Beitrag zu diesem (ersten in einer Reihe) Buch war hauptsächlich die Übersetzung der norwegischen Strophen, das Herausfinden der etymologischen Bedeutungen von Namen und das Schreiben des englischen Textes. Die Mäeutik selbst ist hauptsächlich die Arbeit meiner Frau, Marie.
Varg Vikernes Juli 2017
Schatten tanzen an der Wand
Stell dir vor du bist wieder ein Kind und du glaubst noch an den "Weihnachtsmann". Wenn dir deine Eltern von den Yule Traditionen erzählt haben, siehst du sie aus der Perspektive eines Kindes. Unschuldig aber zugleich auch unwissend. Wenn du älter wirst verstehst du, dass es keinen "Weihnachtsmann" gibt und du erkennst die Realität. Du hast einen Test bestanden. Du hast dich herum gedreht und siehst jetzt was die Schatten vor dir an der Wand zum tanzen bringt.
Unsere Mythologie muss in diesem Lichte verstanden werden. Der Sinn liegt nicht daran die Menschen an fiktionale Wesen und phantastische Geschichten glauben zu lassen. Der Sinn ist es, die Menschen nicht glauben zu lassen, dass die an der Wand tanzenden Schatten echt seien. Der Sinn ist es zu unterrichten und die Spreu vom Weizen zu trennen.
Dies erklärt den Sinn unserer Mythologie, aber es erklärt auch warum die Traditionen unserer Vorfahren durch das Christentum und stellenweise den Islam ersetzt wurden. Die einheimischen, europäischen Traditionen waren ein System aus Tests, und nur die Besten bestanden alle Tests und wurden initiiert. Als der einheimische europäische Mann verwand, aufgrund der Domestizierung von Tieren, der Landwirtschaft und später der Zivilisation, waren immer weniger europäische Männer in der Lage die Tests zu bestehen, und für immer mehr von ihnen blieb ihre Tradition ein "Glaube an den Weihnachtsmann".
Bevor wir fortfahren, lasst mich kurz erklären wann und wie die Domestizierung von Tieren, die Landwirtschaft und später die Zivilisation zum Verschwinden des europäischen Mannes führte. Kurz gesagt, brachte dies ein einfacheres und sehr viel komfortableres Leben mit sich. Die natürliche Auslese, die der Lebensstil der Jäger und Sammler sicher gestellt hatte, war beseitigt. Das Leben wurde zu einfach und zu komfortabel und der einheimische europäische Mann begann sich selbst zu domestizieren. Diese Selbst-Domestizierung wiederum führte zu einer dramatischen Senkung des Intelligenzniveaus des einheimischen europäischen Mannes.
Aufgrund dieser Selbst-Domestizierung versagte der einheimische europäische Mann allmählich, Schritt für Schritt immer öfter sich umzudrehen und zu erkennen was die Schatten an der Wand tanzen lässt. Sogar in der Klassischen Antike hatte die Tradition der einheimischen Europäer für einen Großteil der Europäer fast seine gesamte Bedeutung eingebüßt. Es bot ihnen nahezu nichts mehr an. Der Großteil war zu einfältig geworden um die tiefere Bedeutung zu erkennen.
Als das Christentum ankam war es daher möglich die einheimischen europäischen Traditionen zu ersetzen. Der durchschnittliche Mann glaubte sozusagen noch an den "Weihnachtsmann" und konnte somit überlistet, bestochen, bedroht oder gezwungen werden den neuen Glauben anzunehmen, mit Versprechen, die viel attraktiver waren als der alberne Glaube an den "Weihnachtsmann".
Der neue Glaube aus der Wüste hatte selbst auch wenig Inhalt, er hat die Tiefe einer flachen Badewanne und so behielt der einheimische europäische Mann seine einheimischen europäischen Traditionen, obwohl er offiziell den neuen Glauben angenommen hatte. Deshalb sehen wir heute ein Christentum, dass so von heidnischen Traditionen durchdrungen ist, dass wir heute heidnische Feste und heidnische Götter und Göttinnen als "Heilige" verehren (wie der berühmte Weihnachtsmann) und heidnische Mythen, Lieder, Geschichten und sogar Ideale eingebunden haben. Daher ist es uns sogar heute noch möglich die ursprüngliche europäische Tradition von A bis Z zu erklären.
Mäeutik
Mäeutik1, ein Begriff für "Geburtshilfe", ist (hier) ein Name für die sokratische Methode "den Geist zur Welt zu bringen". Maia, eine ursprüngliche europäische Göttin, ist die Hebamme, die der Mutter bei der Geburt hilft, und wir beabsichtigen mit diesen Büchern "Geistern auf die Welt" zu helfen, indem wir die Geheimnisse unserer Vorfahren lüften.
Bevor irgendwelche Mäeutiks beginnen können, müssen wir uns jedoch erst "durch die Scheiße wühlen", die von Christen und Gelehrten solide zwischen uns und unserem Erbe platziert wurde. Seit dem Beginn der Christianisierung Europas wurde der Brunnen des Wissens mit vorsätzlichen Verfälschungen und christlichen Deutungen vergiftet. Diese Vergiftung ging während und nach der Renaissance (die Wiederbelebung unseres Erbes) weiter und hält bis zum heutigen Tage an. Egal was von unseren Vorfahren aufgeschrieben wurde, es wurde in christlichem Licht interpretiert. Obwohl unsere Vorfahren in ganz Europa beispielsweise klar und deutlich erzählen, dass sie an die Wiedergeburt glaubten, haben die Christen unsere Mythen, Traditionen und Gräber so gedeutet, als ob unsere Vorfahren an ein "Weiterleben im Himmel" glaubten. Zudem blickten sie auf die europäischen Gottheiten mit dem gleichen Blick wie auf ihren hebräischen Gott.
Aber unsere Vorfahren glaubten nicht, dass ihre Verstorben ihre Grabbeigaben in ein "Leben im Himmel" mitnähmen. Ihre Götter waren in keiner Weise so wie der hebräische Gott. Ihre Mythen waren keine "Schöpfungsmythen". Loki war nicht "ihr Teufel" und so weiter.
Trotzdem ignorieren die heutigen Gelehrten die offensichtliche und gut dokumentierte Tatsache, dass unsere Vorfahren an die Wiedergeburt glaubten. Wie wir euch zeigen werden sind die Beweise dafür kreuz und quer in unserer Mythologie, unseren Mythen, historischen Dokumenten, der Archäologie, Liedern und Traditionen verstreut. Aber die Gelehrten weigern sich das anzuerkennen, weil sie in ihrer christlichen Sichtweise eingesperrt sind.
Wenn sie alles aus der offensichtlich falschen Perspektive heraus interpretieren, dann wird natürlich alles, was sie sagen und schreiben zu nichts weniger als einer Falschinformation. Sie belehren sich selbst und andere in Unwissenheit. Sie lernen und plappern Lügen nach. Sie bedecken unser gesamtes Erbe mit Schlamm.
Bevor wir also beginnen, lasst uns euch helfen den Schlamm abzuwaschen und sozusagen mit sauberen Laken neu anzufangen. "Vergesst" (entlernt) was die Gelehrten euch beigebracht haben, dann seid ihr bereit unser Erbe als das zu begreifen, was es ist.
Hamingja
Wie wir euch mit dieser Buchreihe zeigen werden, war für unsere Vorfahren der (körperliche) Tod nur der Tod des physischen Körpers, und der Geist würde weiter existieren. Deshalb sprachen sie z.B. von Hamhlepya ("in Formen laufen") und Hamingja ("in Formen gehen"). Du, das echte du, war ein Geist und das Leben war nur der "Gang in einer physischen Form". Jedes Mal wenn dein Körper starb würdest du ihn verlassen, bevor du in einem neuen Körper wiedergeboren würdest.
Damit der Geist ins Leben zurückkehren konnte, um also wiedergeboren zu werden ("einen neuen physischen Körper erhält"), musstest du dich selbst wiederfinden. Das war wichtig, denn deine Erinnerungen war in keinem Teil deines physischen Körpers gespeichert, sondern in deinem Geist. Zurück zu dir selbst zu finden war also nicht die "Rückkehr ins Leben", sondern das Erinnern einstiger Leben - einstiger Erfahrungen. Es ging darum, dass du dich daran erinnerst, was du vorher wusstest. Nun, wie nützlich wäre es denn, wenn du dich an das, was du in früheren Leben wusstest und gelernt hattest, erinnern könntest? Statt jedes Leben wieder vorne anfangen zu müssen, könntest du wieder dort ansetzen, wo du in deinem vorherigen Leben aufgehört hattest. Wie wir mit dieser Buchreihe zeigen werden, drehen sich alle unsere Mythen, Märchen und unsere gesamte Tradition um dieses eine Konzept: Dass du zu dir selbst zurückfindest.
Die Wissenschaft der Muster
Wie du sehen wirst wussten unsere Vorfahren eine ganze Menge mehr als die Menschen ihnen heute zuerkennen wollen. Sie wussten sogar Dinge, die wir heute nur dank der modernen Wissenschaft wissen. Viele werden gerade deshalb nicht akzeptieren was wir in unseren Büchern sagen: "Wie hätten sie das wissen sollen?" Nun, sie wussten es, weil sie verstanden hatten, dass sie ein Teil der Natur sind (und nicht darüber standen, wie es Christen denken), und weil sie die Muster der Natur studierten. Somit konnten sie z.B. verstehen, dass Flüssigkeiten durch die Äste der Bäume laufen, denn der Baum sieht genauso aus wie die Adern unserer Körper, und wie Flüsse, die unten im Tal fließen. Gleiches Muster, gleiche Funktion. Darüber hinaus konnten sie z.B. verstehen, dass Bären sich im Frühling und Sommer paaren, aber noch keinen entwickelten Fötus haben bevor sie mit ihrem Winterschlaf anfangen (um Fronleichnam herum). Und unabhängig vom Moment der Paarung, brachten alle Bären etwa zeitgleich ihre Jungen zur Welt (um die Wintersonnwende). Sie konnten sehen, dass die dicken Bärinnen viele Junge zur Welt brachten, die anderen weniger oder gar keine. Sie verstanden also, dass Bärinnen ihre Embryos "einfrieren" und später entscheiden konnten wie viele sie davon sich entwickeln lassen, auf der Grundlage wie viel Fett sie am Körper hatten. Man braucht kein Mikroskop um das zu verstehen, man muss einfach nur die Natur beobachten und seinen Kopf benutzen. Und das taten sie. Auf diese Weise waren sie fähig so viel zu verstehen.
Götter und Göttinnen
Der Glaube unserer Vorfahren an Geister und die Wiedergeburt stellt natürlich einen Konflikt zu dem dar, was uns Christen und Gelehrte über ihre Gottheit erzählen. Nicht weil es dort eine große Diskrepanz gäbe, sondern weil das, was sie uns erzählen, einfach nicht stimmt. Die Christen/Gelehrten kennen nur den Glauben an den "Weihnachtsmann", und sie tun ihr möglichstes um es falsch darzustellen, und uns bleibt ein Bild von Heiden, die glaubten dass die Götter mit Wagen über den Himmel fuhren und sich ein Auge ausrissen und in einen Brunnen warfen, oder die mit einem abgetrennten Kopf sprechen, oder schöne Göttinnen, die mit Zwergen schlafen oder achtbeinige Pferde, die den Göttern geboren wurden, oder magische Hämmer und Männer, die sich vom Blick der Medusa in Stein verwandeln und so weiter. Sie ziehen sogar los und suchen die historische Stadt Troya, weil sie wirklich überhaupt nichts verstanden haben. Sie verwenden ihre gesamte Mühe darauf herauszufinden, wo der "Weihnachtsmann" wohnt, sozusagen.
Beginnend mit diesem Büchlein werden wir systematisch die Götter unserer Vorfahren aufdecken, ihre Natur aufzeigen, ihren Zweck, und ihre Bedeutung und dir so die wahre europäische Tradition zeigen. Wir beginnen mit Þrymskviða2, aber wir werden versuchen so viel abzudecken, wie wir in diesem Leben Zeit finden.
Da unser ursprüngliches europäisches Erbe pan-europäisch ist, mit nur kleinen geschmacklichen Abweichungen von Nord nach Süd und von Ost nach West, werden wir viel über Märchen, Mythen, Traditionen, Lieder und archäologische Funde aus ganz Europa sprechen - und manchmal sogar von weiter weg, in Gebiete in denen früher die heutigen Europäer lebten.
Auf den folgenden Seiten findest du das Þrymskviða sowohl auf Norwegisch (der Sprache, in der es aufgezeichnet wurde) und Englisch. Am Ende findest du eine Interpretation von meiner Frau.
1.
Vreiðr var Þá VingÞórr3
er hann vaknaði
ok síns hamars
of saknaði,
skegg nam at krista,
skör nam at dýja,
réð Jarðar burr
um at Þreifask.
|
1.
Ochsen-Thor war wütend
als er erwachte,
und vergebens
seinen Hammer suchte.
Er schwang seinen Bart,
er schüttelte sein Haar,
der Sohn der Erde
begann mit der Hand zu tasten.
|
2.
Ok hann at orða
alls fyrst of kvað:
"Heyrðu nú, Loki,
hvat ek nú mæli
er eigi veit
jarðar hvergi
né upphimins:
áss4
er stolinn hamri!"
|
2.
Und also war
sein erstes Wort:
"Höre Loki,
höre was ich sage,
das niemand auf der Welt
oder in den hohen Himmeln vernahm:
sie haben den Hammer gestohlen
von dem Asen."
|
3.
Gengu Þeir fagra
Freyju túna,
ok han Þat orða
alls fyrst of kvað:
"Muntu mér, Freyja,
fjarðhams léa,
ef ek minn hamar
mættak hitta?"
Freyja kvað
|
3.
Sie gingen zum Feste
an Freyjas Hofe
und also war
sein erstes Wort:
"Willst du, Freyja,
mich borgen lassen dein
Federkleid,
dass ich meinen Hammer holen kann?"
Freyja sagte:
|
4.
"Þó munda ek gefa Þér
Þótt ór gulli væri,
ok Þó selja,
at væri ór silfri."
|
4.
"Ich gäbe es dir mit Freuden,
selbst wenn es aus Gold gemacht wäre,
und überließe es dir,
selbst wenn es aus Silber gemacht wäre."
|
5.
Fló Þá Loki,
- fjarðhamr dunði, -
unz fyr útan kom
ása garða
ok fyr innan kom
jötna heima.
|
5.
Es flog Loki
- das Federkleid rauschte -
bis hinter ihm lag
das Heim der Asen
und vor ihm lag
die Flur der Ettins5
|
10.
"Hefr Þú erendi
sem erfiði?
Segðu á lofti
löng tíðendi
oft sitjanda
sögur of fallask
ok liggjandi
lygi of bellir,"
Loki kvað
|
10.
"Ward dir Wissen,
das wert der Müh?
Sag aus der Luft
den langen Bericht;
Das Sagen versiegt
dem Sitzenden oft;
Lügen bringt leicht
der Liegende vor."
Loki sagte:
|
11.
"Hef ek erfiði
ok erendi;
Þrymr hefr Þinn hamar
Þursa dróttinn;
hann engi maðr
aftr of heimtir,
nema hánum færi
Freyju at kwán
|
11.
"Wissen ward mir,
das wert der Müh;
Þrymr hat deinen Hammer,
der König des Lärmes,
kein Mann
kann ihn wieder zurückbringen,
außer er bringt ihm
Freyja zur Frau."
|
12.
Ganga Þeir fagra
Freyju at hitta,
ok hann Þat orða
alls fyrst of:
"Bittu Þik, Freyja,
brúðar líni;
vit skulum aka tvau
í Jötunheima."
|
12.
Sie gingen um zu finden
die schöne Freyja,
und also war
sein erstes Wort:
"Bedecke dich, Freyja,
mit dem Brautschleier,
wir beide gehen zu
dem Heim der Ettins."
|
13.
Reið varð Þá Freyja
ok fnasaði,
allr ása salr
undir bifðisk,
stökk at it mikla
men Brísinga:
"Mik veiztu verða
vergjarnasta,
ef ek ek međ Þér
í Jötunheima."
|
13.
Freyja war außer sich
grollend schnob sie,
das die ganze Halle
der Asen bebte,
die glänzende Kette aus Feuer
fiel herab.
"Mannstoll,
wird man mich nennen,
wenn ich mit dir gehe
ins Heim der Ettins."
|
14.
Senn váru æsir
allir á Þingi
ok ásynjur
allar á málli
ok um Þat réðu
ríkir tívar
hvé Þeir Hlórriða
hamar of sætti.
|
14.
Alle (männlichen und weiblichen) Asen
sammelten sich am Hofe
jeder war dort
und die reichen Götter
sie besprachen,
wie sie Hlórriðas
Hammer heim holen sollten.
|
15.
Þá kvað Þat Heimdallr,
hvítastr ása,
vissi hann vel fram
sem vanir aðrir:
"Bindum vér Þór Þá
brúðar líni,
hafi hann it mikla
men Brísanga.
|
15.
Heimdallr6
sagte dann,
der weiseste der Asen,
er wusste die Zukunft
den Wanen gleich:
"Legt den Brautschleier
an Thor,
lasst ihn tragen
die glänzende Kette des Feuers."
|
16.
"Látum und hánum
hrynja lukla
ok kvendáir
um kné falla,
en á krjósti
breiða steina
ok hagliga
um höfuð typpum."
|
16.
"Lassen wir Schlüssel
am Leib ihm klirren,
und Frauen Kleider
fallen bis auf seine Knie,
bindet Steine um seine Brust
und flechtet sein Haar
schön auf seinem Kopfe."
|
17.
Þá kva Þat Þór,
Þrúðugr áss:
"Mik muni æsir
argan kalla,
ef ek bindask læt
brúðar líni!"
|
17.
Dann sagte Thor,
der trutzstarke:
"Weibisch nennen mich
Wanen und Asen,
wenn ich anlege
den Brautschleier!"
|
18.
Þá kvað Þat Loki
Laufeyjar sonr:
"Þegi Þú, Þórr,
Þeira orða.
Þegar munu jötnar
Ásgarð búa,
nema Þú Þinn hamar
Þér of heimtir."
|
18.
Dann sagte Loki,
der Laufey Sohn7:
"Sei ruhig Thor,
sag nicht solche Sachen;
bald kommen die Ettins
in die Heime und
die Gärten der Asen
holst du nicht heim
den Hammer dir."
|
19.
Bundu Þeir Þór Þá
brúðar líni
ok inu mikla
meni Brísanga,
létu und hánum
hrynja lukla
ok kvenváðir
um kné falla
en á brjósti
breiða steina
ok haglia
um höfuð typpðu.
|
19.
Sie legten den Brautschleier
Thor an,
und die glänzende Kette des Feuers,
sie ließen Schlüssel
am Leib ihm klirren
und Frauenkleider
aufs Knie fallen
sie banden Steine
um seine Brust,
und flochten sein Haar schön
auf seinem Kopfe.
|
20.
Þá kvað Loki
Laufeyjar sonr:
"Mun ek ok með Þér
ambótt vera,
vit skulum ka tvær
í Jötunheima."
|
20.
Dann sagte Loki,
Der Fauley Sohn;
"Mich als Dienstmädchen
wirst du mitbringen,
wir beide als Frauen
werden ins Heim der Ettins gehen."
|
21.
Senn váru hafrar
heim of reknir,
skyndir at sköklum,
skyldu vel renna;
blörg brotnuðu,
brann jörð loga,
ók Óðins sonr
í jörunheima.
|
21.
Bald waren heim
die Böcke getrieben,
und an der Deichsel fest gemacht
begierig darauf zu laufen;
Berge barsten,
die Erde brannte,
als Óðinns Sohn ausfuhr
zum Heim der Ettins.
|
22.
Þá kvađ Þat Þrymr,
Þurs dróttinn:
"Standið upp, jötnar,
ok stráið bekki,
nú færa mér
Freyju at kván
Njarðar dóttur
ór Nóatúnum.
|
22.
Dann sagte Þrymr,
der König des Lärmes:
"Steht auf, Ettins,
macht Stroh auf die Bänke,
sie bringen mir jetzt
Freyja zur Frau,
die Tochter von Njörðr,
vom Hof der Schiffe8.
|
23.
Ganga hér at garði
gullhyrnðar kýr,
öxn alsvartir
jötni at gamni;
fjölð á ek meiðma,
fjöld á ek menja,
einnar mér Freyju
ávant Þykkir."
|
23.
Wandelnd hier im Garten
Kühe mit goldenen Hörnern,
pechschwarze Ochsen,
den Ettins zur Lust;
Ich habe viel Gold,
ich habe einen großen Schatz,
nur Freyja
fehlte mir noch.
|
24.
Var Þr at kveldi
of komit snemma
ok fyr jötna
öl fram borit;
einn át oxa,
átta laxa,
krásir allar,
Þær er konur skyldu,
drakk Sifjar verr
sáld Þrjú mjaðar.
|
24.
Man fand zu Abend
dort früh sich ein;
für die Ettins
wurde Bier herbeigebracht;
Einen ganzen Ochsen aß er,
und acht Lachse,
und all das gute Essen,
das für die Frauen vorgesehen ist,
Sifs Ehemann9 trank
Drei Fässer Meth.
|
25.
Þá kvat Þat Þrymr,
Þurs dróttinn:
"Hvar sáttu brúðir
bíta hvassara?
Sák-a ek brúðir
bita breiðara,
né inn meira mjöð
mey of drekka."
|
25.
Da sagte Þrymr
König des Lärms
"Wo sah man zuvor eine Braut
schärfer beißen?
Nie sah ich
eine Braut, die breiter biss
oder mehr Meth
ein Mädchen trinken."
|
26.
Sat in alsnotra,
ambótt fyrir,
er orð of fann
við jötuns máli:
"Át vætr Freyja
átta nóttum,
svá var hon óðfús
í Jötunheima."
|
26.
Die gerissene Dienstmagd
saß neben ihm
und fand Worte
um des Ettins Ansprache zu erwidern:
"Freyja aß nichts
acht Nächte lang,
so sehr sehnte sie sich
nach dem Heim der Ettins.
|
27.
Laut und línu,
lysti at kyssaa,
en hann útan stökk
endlangan sal:
"Hví eru öndótt
augu Freyju?
Þykki mér ór augum
eldr of brenna."
|
27.
Unter den Schleier lugt er,
lüstern zu küssen;
einen Satz tat er
den Saal entlang:
"Wie furchbar sind
Freyjas Augen!
Wie Feuer flammt es
aus Freyjas Blick."
|
28.
Sat in alsnotra
ambótt fyrir,
er orð of fann
við jötuns máli
"Svaf vætr Freyja
átta nóttum,
svá var hon óðfús
í Jötunheima."
|
28.
Die gerissene Dienstmagd
saß neben ihm
und fand Worte
um des Ettins Ansprache zu erwidern:
"Freyja schlief nicht
acht Nächte lang,
so sehr sehnte sie sich
nach dem Heim der Ettins."
|
29.
In kom in arma
jötna systir,
hin er brúðféar
biðja Þorði:
"Láttu Þér af höndum
hringa rauða,
ef Þú öðlask vill
ástir mínar,
ástir mínar,
alla hylli."
|
29.
Herein kam die alte
Schwester des Ettin,
sie wagte zu fragen nach
einem Brautgeschenk.
"Gib mir von deinen Händen
rote Ringe
wenn du meine Minne willst
und all meine Huldigung."
|
30.
Þá kvat Þat Þrymr,
Þurs dróttinn:
"Berið inn hamar
brúði at vígja,
lekkið Mjöllni
í meyjar kné,
vigið okkr saman
Várar hendi."
|
30.
Dann sagte König Þrymr,
der König des Lärmes,
"Bringt herbei den Hammer,
um die Braut zu segnen,
stellt Mjöllnir10
auf des Mädchens Knie,
und vermähle uns,
die Händen zu treuen Schwüren."
|
31.
Hló Hlórriða
hugr í brjósti,
er harðhugaðr
hamar of Þekkði;
Þrym drap hann fyrstan,
Þursa dróttin, ok ætt jötuns
alla lamði.
|
31.
Das Herz im Leib
lachte Hlórriða
als der Hartgemute
den Hammer sah.
Er tötete Þrymr zuerst,
den König des Lärmes
und dann die Sippe der Ettins.
|
32.
Drap hann ina öldnu
jötna systur,
hin er brúðféar
of beðit hafði;
hon skell of hlaut
fyr skillinga,
en högg hamars
fyr hringa flölð.
Svá kom Óðins sonr
endr at hamri.
|
32.
Er schlug auch die alte
Schwester des Ettins,
die Brautgabe
erbeten hatte.
Sie bekam ein Ohrfeige
statt Berge von Münzen,
und einen Hammerschlag
statt wundervolle Ringe.
So holte Óðins Sohn
seinen Hammer zurück.
|
Die Interpretation der Þrymskviða:
Jetzt, da du die Schatten an der Wand hast tanzen sehen, helfen wir dir dich herum zu drehen und zu sehen, was dahinter liegt.
Þórrs Hammer ist sein Herz. Wenn du also ließt, dass er eingeschlafen ist und dass, während er schläft, jemand seinen Hammer stiehlt, ist er in Wahrheit tot. Wenn er tot ist, ist sein Herz verloren, und er wird gewissermaßen in zwei Teile geteilt, ein Teil, der in seiner zukünftigen Mutter, und ein Teil, der in seinem zukünftigen Vater verweilt. Wie Persphone.
Um ins Leben zurück zu kehren braucht er Loki. Loki ist das, was wir heute "Hormone" nennen würden, besonders "Adrenalin". Er braucht Loki um aus dem Vater heraus zu kommen, um es so auszudrücken. Vor allem anderen aber braucht er unbedingt Freyja, wie Loki ihm erklärt, denn es ist nur durch sie, dass er seinen Hammer wiederfinden kann. Freyja ist natürlich das Ei.
Er braucht Freyja durch Loki. Es ist Loki, der ihn zu Freyja bringt. In anderen Worten: Die Hormone bringen ihn zum Ei, oder anderes ausgedrückt zu der Tatsache (Überzeugung), dass ihm bewusst wird, dass er Freyja braucht um wieder zu leben.
Was die Riesen angeht: Es ist nicht so, dass sie besonders groß sind, sondern du bist es, der in einer Phase des Lebens ist, in der man noch sehr klein ist.
Die Jötunheimer Riesen sind Eis-Riesen. Eis ist das Bild für etwas, das eine feste, harte Form beibehält, und dann aber fließt. Sie sind eher abstoßend. Die Riesen stehen für das, was wir in unserer modernen Zeit als Gebärmutterschleimhaut bezeichnen, ein "Teppich aus Blut" im Mutterleib sozusagen, der solange fest ist, bis die Menstruation einsetzt, welche durch ihren Ausfluss alles in ihrem Weg reinigt.
Diese Gebärmutterschleimhaut will mehr als alles andere ein Ei, denn andernfalls stirbt es 11. Der König der Jotuns will Freyja haben.
Loki, die Hormone, fliegt dem König entgegen, somit im Mutterleib, und bittet ihn den Hammer zurück zu geben. Es stimmt, er war es, der ihn gestohlen hat und nur er kann ihn wiederherstellen, denn der Hammer ist das Herz, das Leben. Er [Þrymr] sagt die Wahrheit, als er Loki erklärt, dass er den Hammer nur zurückgeben kann, wenn er Freyja bekommt und sie heiratet (mit anderen Worten, wenn er sich mit ihr verbindet). Natürlich sagt er nicht, oder weiß nicht, dass er ein befruchtetes Ei braucht, daher verkleidet sich Þórr als Freyja und das Bild ist perfekt. Þórr im Kleid Freyjas. Das Spermium im Ei.
Dies wird auch den König zerstören, denn die Gebärmutterschleimhaut ist dafür da vom Ei, bzw. dem Fötus verzehrt zu werden, und zu verschwinden.
Bemerkenswert ist auch, dass der König wusste, dass Loki kommen würde, er wollte das er kommt, weil nur er ihm Freyja bringen kann. Loki, hier ein Hormon aus den Eierstöcken ( Gelbkörperhormon/Progesteron: Das ist der Grund, warum es sich die Feder-Form von Freyja nach dem Eisprung am Vierzehnten Tag, und wird zum Luteinisierungshormon12 am dreizehnten Tag, geborgt hat). Er kommt um herauszufinden, ob die Gebärmutterschleimhaut bereit ist das Ei zu empfangen und um sicherzustellen, dass es in gutem Zustand bleibt.
Loki wird sich um Freyja kümmern. Bevor es sieben Tage später die Gebärmutter erreicht wird das Ei befruchtet, wie Beobachtungen der modernen Wissenschaft zeigen (es wird im Eileiter befruchtet).
Es ist Loki, das Gelbkörperhormon, welches die Gebärmutter darauf vorbereitet Freyja zu empfangen, ohne die Eis-Riesen zu zerstören, denn dieses Hormon verhindert die Bewegungen der Gebärmutter und erlaubt es so der Gebärmutterschleimhaut weiter zu wachsen.
Es ist Freyja, die die Hochzeitskleider für Þórr macht. Sie umwickelt ihn und gibt ihm ihre Kette, die zukünftige Nabelschnur. Als Þórr im Heim von König Þrymr zusammen mit dem Gelbkörperhormon Loki erscheint, glaubt der König natürlich, dass es Freyja ist. Logisch, denn andernfalls würde er ihn abweisen, wegen des Körpers der Mutter, der jeden Fremdkörper abweisen sollte. Um in diesem Bild zu bleiben, ist das der Grund warum die Befruchtung "im Geheimen" stattfindet, nämlich im Eileiter. Der Embryo beginnt die Gebärmutterschleimhaut zu zerstören und "aufzuessen", indem es durch die zukünftige Plazenta Enyme produziert, sobald es am siebten Tag angekommen ist (bis dahin gibt es keine Plazenta). Sie ist vollständig eingerichtet am zehnten Tag.
Jetzt verstehst du warum Þrymr Þórr und Freyja zum Essen einlädt und warum er so begierig isst. Du verstehst warum Loki, Gelbkörperhormon und das menschliche follikelstimulierende Hormon oder Schwangersschaftshormon (welches dann vom Embryo produziert wird) versucht Þrymr zu besänftigen indem er ihn austrickst.
König Þrymr gibt Þórr seinen Hammer (Leben, Herz) sobald er mit ihm verbunden ist. Sobald er den Hammer hat zerstört Þórr (der Embryo) die Riesen, und durch ihre Zerstörung und durch Feuer, schmelzt er sie, bekommt Blut von ihnen und kommt heraus aus dem Mutterleib.
Fußnote:
- Mäeutik: Die sokratische Methode, durch geschicktes Fragen die im Partner schlummernden, ihm aber nicht bewussten richtigen Antworten und Einsichten heraufzuholen
- Þ - auszusprechen wie "ph"; ð - klanglich vergleichbar mit dem englischen "th"
- Der Name Ving-Þórr wird oft als "Ving-Þórr" übersetzt, aber die Vorsilbe "Ving" bedeutet "Ochse", daher benutze ich hier den Begriff "Ochsen-Þórr". Der Name Þórr selbst bedeutet "Donner"
- Norwegisch áss ist abgeleitet vom Proto-Norwegischen *ansuR, vom Proto-Germanischen *ansuz und bedeutet "Geist", aber es wird von Gelehrten allgemein als Name der Nordischen Gottheiten verstanden.
- "Ettin" bedeutet "großer Esser" oder einfach "Hunger", vom Proto-Norwegischen *etunaR, vom ProtoGermanischen *etunaz. In der Thulereihe wird es mit "Riesen" übersetzt.
- Wörtlich: Weltenbaum
- Laufey ist die Frau des Riesen Fárbauti und die Mutter von Loki
- In der deutschen Übersetzung wird "Nóatún", der "Schiffsplatz" benutzt, Wohnsitz des Gottes Njörðr
- Ein Synonym für Þór
- Wörtlich: "Der Brecher".
- [Anm. d. Ü.: Gebärmutterschleimhaut und Plazenta bestehen überwiegend aus männlicher DNA, somit ist der weibliche Artikel für diese Teile irreführend, daher Neutrum "es".]
- Luteinisierendes Hormon
Quellenverzeichnis für dieses Buch:
- Samlaget Norrøn: ordbok, 5. utgåva, Oslo 2012
- Snorri Stuluson: Die Eddas, Þrymskviða
- Hylamar Falk: Etymologisk Ordbog over det borse og det dankske Sprog, Kristiania 1906
ᛉ Burzum Merchandise ᛣ
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